Erst zur Shwedagon Pagode, dann ins Krankenhaus

Manchmal kommt es anders als man denkt. Zumindest ahnten wir am dritten Tag unserer Reise mit Kind in Myanmar noch nicht, dass dieser im Krankenhaus enden würde. Aber gehen wir der Reihe nach vor und beginnen mit dem schönen Teil des Tages: Dem Besuch einer der größten Pagoden der Welt: Der Shwedagon in Yangon.

Shwedagon Pagode Mönche größerer Bildausschnitt

Buntes Treiben auf der Terrasse.

Eine atemberaubende Schönheit: Die Shwedagon Pagode in Yangon

Die Shwedagon Pagoda gilt als die älteste Pagode der Welt. Der Legende nach wurde sie vor über 2.500 Jahren erbaut. Allerdings war sie nicht immer so, wie wir sie gesehen haben. Einst war sie etwa 10 Meter hoch. Über die Jahre erweiterten verschiedene burmesische Könige die Pagode regelmäßig, spendeten ihr Körpergewicht in gold und so wuchs sie schließlich auf ihre jetzige Höhe von 99m an.

In Yangon ist die Shwedagon Pagoda von vielen Plätzen aus sichtbar. Auch von unseren Fenstern und unserem Balkon im Crystal Palace Hotel konnten wir sie sehen und selbst auf eine größere Entfernung geht eine gewisse Magie von ihr aus. Hoch erhoben steht sie auf dem Singuttara-Hügel, um sie herum ist eine große Terrasse (60.000m²) mit vielen weiteren kleinen Tempeln und Statuen.

Shwedagon Pagode Luftaufnahme

Dieses ist ein Bild, welches wir abfotografiert haben, damit ihr das Gelände von oben sehen könnt.

Um zur Pagode zu kommen, gehen die Gläubigen eine der vier Treppen mit jeweils etwa 200 Stufen hoch. Diese befinden sich jeweils in einer der vier Himmelrichtungen. Eigentlich war das auch der Weg, den wir nehmen wollten. Aber unser Taxifahrer verstand uns nicht richtig und brachte uns zu einem der Touristen Eingänge. Davon gibt es zwei Stück und sie zeichnen sich durch die komfortablen Fahrstühle aus.

Zugegebenermaßen mögen wir es oft bequem, wir legen nicht viel Wert darauf bei 30°C im Schatten auf Berge zu klettern, steile Straßen zu bezwingen oder massig Treppen zu steigen. Aber dieses Mal waren wir motiviert, wir wollten die Treppen laufen, uns die Angebote von den dort sitzenden Händlern anschauen und uns unseren Weg nach oben kämpfen. Tja und nun standen wir ratlos vorm Eingang zum Fahrstuhl. Der Taxifahrer winkte fröhlich, fuhr weg und wir überlegten wie es weitergehen sollte. Ach dachten wir uns, dann gehen wir einfach auf dem Rückweg die Treppe runter. Eigentlich eine gute Idee! Genau, da ist das Wort wieder „eigentlich“.

Beim Betreten des Eingangs müssen natürlich wieder die Schuhe ausgezogen werden. Dann werden sie auf einem Regal platziert und man geht zur Kasse um die 8.000 Kyat (5,66€) Eintritt zu zahlen. Karl durfte kostenlos rein, aber ab 4 Jahren müssen wohl auch Kinder zahlen. Man bekommt einen Sticker fürs T-Shirt und eine Eintrittskarte. Dieses berechtigt einen zum einmaligen Eintritt. Wir wollten eigentlich (ja genau „eigentlich“) abends wiederkommen und fragten, ob wir dann nochmal Eintritt zahlen müssten. Die nette Dame am Schalter sagte, wenn der Sticker und das Ticket noch da wären, könnten wir auch ohne erneute Zahlung hinein.

Wenn man selbst zur größten Attraktion wird

Also nichts wie hinein in den Fahrstuhl und ab nach oben. Während der kurzen Fahrt hatten wir einen schönen Blick über den angrenzenden Park und den Rest von Yangon. Dann gings einen langen Gang entlang und schon standen wir auf der Terrasse. Die Pagode selbst konnten wir noch gar nicht sehen, zu viele kleine Stupas und Chedis (beides sind buddhistische Bauten) versperrten den Blick. Neben uns stand ein schöner alter Baum, davor eine betende Nonne. Wir fingen an loszulaufen, genossen den Ausblick und suchten unseren Weg zum Hauptteil der Pagode.

Aussicht von Terrasse Shwedagon Pagode

Aussicht auf die Stadt durch einen bemerkenswert schönen Zaun.

Nonne beim Gebet in der Shwedagon Pagode.

Nonne beim Gebet in der Shwedagon Pagode.

Bild Wandbild in Shwedagon Pagode

Wandbild in der Nähe des Fahrstuhls.

Schnell fanden wir den östlichen Aufgang und zu unserer linken erhob sich die mächtige Shwedagon Pagode. Viele Myanmare saßen im Schatten, beteten, picknickten und genossen den Tag. Als wir auftauchten, zogen wir direkt die Blicke auf uns.

Burmesen in Shwedagon Pagode

Die eigentliche Attraktion, die Pagode, ist im Hintergrund zu sehen. Für die Burmesen waren wir interessanter.

Die mächtige, goldene Shwedagon Pagode überstrahlt die gesamte Terrasse.

Die mächtige, goldene Shwedagon Pagode überstrahlt die gesamte Terrasse.

Westliche Touristen mit einem kleinen Kind sieht man selten in Myanmar und so waren wir für die Burmesen oftmals eine kleine Attraktion. Viele blieben stehen, schauten uns freundlich an oder winkten uns zu. Wir fühlten uns immer sehr willkommen, viele Gesichter strahlten uns an und wenn wir mit einem Lächeln „Mingalar Ba“ (Guten Tag oder Hallo auf Birmanisch) sagten, wurde dies sogleich herzlich erwidert. Im Vorbeigehen wurde Karl oft zugewunken oder sein Hand oder Arm gestreichelt. Er fand das ganz in Ordnung, winkte immer fröhlich und rief „Hallo, Hallo“. Kurzum: Wir haben uns, nicht nur in der Shwedagon Pagode, richtig wohl und willkommen gefühlt.

Was uns immer wieder schmunzeln ließ, was das Bemühen vieler Burmesen Fotos von Karl zu machen. Mal ganz heimlich im Vorbeigehen, mal ganz offensiv wurde versucht ein Bild von dem Touristenkind zu schießen. Wenn uns die Leute sympathisch waren, deuteten wir Ihnen, dass sie gern fotografieren durften. Dann stellte sich die ganze Familie auf oder die kleinen Kinder mussten herhalten und eine kleine Fotosession wurde gemacht. Wir mussten auch das eine oder andere Mal mit aufs Bild und nun fragen wir uns, ob wir nicht in dem einen oder anderen burmesischen Wohnzimmer mit einem Foto an der Wand verewigt sind…

Burmesen fotografieren Touristen

Erst wurden wir aus der Ferne fotografiert. Danach gabs noch eine größere Fotosession. Aber die Leute waren so nett und freundlich, da bringt das auchSpaß.

Erste Eindrücke der Shwedagon Pagode

Aber zurück zur Shwedagon Pagoda. Diese eignet sich wirklich gut als Ausflugsort bei einer Reise mit Kind in Myanmar. Karl hatte viel Platz um Herumzulaufen, konnte Toben und es gab so viel zu entdecken. Überall gibt es etwas zu sehen, kleine Tempel, große Tempel, Buddha Statuen, Elefantenfiguren, Glocken, Blumen und immer wieder der Blick auf die große Shwedagon Pagode.

Osteingang Shwedagon Pagode

Der Osteingang von der Pagode aus gesehen.

Wir haben schon viele buddhistische Sehenswürdigkeiten in Süd-Ost-Asien besucht und so manchen Tempel gesehen, aber die Shwedagon Pagode gehört wirklich zu den schönsten, die Süd-Ost-Asien zu bieten hat. Sie besteht zu einem Großteil aus Gold und der Schirm ganz oben ist mit sehr vielen Edelsteinen besetzt und einem 76 Karätigen Diamanten ausgestattet. Sollte sie bei einem Erdbeben zerstört werden, sollen diese Steine zum Wiederaufbau genutzt werden.

Der goldene Glanz, der glitzernde Schirm, die pure Größe, während wir die Shwedagon Pagode umrundeten blieben unsere Blicke immer wieder an ihr hängen. Das ganze Gelände ist schön gestaltet, mit so vielen kleinen Details und gemütlichen Ecken zum Sitzen und Relaxen. Und was besonders hervorzuheben ist, sind die Geräusche. Das Murmeln von Betenden, die Glocken, die geschlagen werden und das Vogelgezwitscher, was von Zeit zu Zeit alles übertönt. Ein ganz besonderer Ort in Myanmar.

Aber lasst einfach mal die Bilder und unser Video auf euch wirken:

 

Shwedagon Pagode Größe

Die Pagode ist wirklich riesig. Und wir sehen so klein davor aus.

Details Tempel Shwedagon Pagode

Tempel in Shwedagon Pagode

Terrasse Shwedagon Pagode

Shwedagon Pagode Spiegelverzierungen

Vollbild der Shwedagon Pagode

Wunderschön und riesig groß.

Zur Mittagszeit beim Sightseeing

Eigentlich sind wir ja sehr lernfähig. Warum schon wieder eigentlich? Nun, eigentlich wissen wir, dass man in Asien immer Wasser benötigt, aber eigentlich bekommt man das auch an jeder Ecke. Und eigentlich wollten wir uns Wasser bei den Händlern an den Treppen kaufen. Aber dort waren wir ja nun gar nicht. Also dachten wir uns, hey, kein Problem, das ist Asien, da gibt’s bestimmt oben beim Tempel auch Wasser. Aber nee, falsch gedacht. Es gibt kein Wasser oben an der Shwedagon Pagode zu kaufen. Wir standen also wiedermal ohne Wasser da. Ja wiedermal, irgendwie passiert uns das meist bei Ausflügen und irgendwie lernen wir diesen Teil nie dazu.

Nun gibt es auf dem ganzen Gelände Wasserspender, die man kostenlos nutzen kann. Diese Dinger, die man in Deutschland auch gern mal im Supermarkt oder beim Arzt sieht. Das Wasser soll laut Reiseführer gut trinkbar sein, teilweise ist es sogar gekühlt. Die meisten nutzen es um ihre mitgebrachten Trinkflaschen erneut aufzufüllen. Eine gute Idee, blöderweise hatten wir ja nicht mal leere Flaschen. Auch hierfür gibt es eine Lösung: Bei jedem Wasserspender ist ein Metallbecher angebracht, den man zum Trinken nutzen kann. Eine sehr nette Aufmerksamkeit, aber wann wurden diese Becher jemals sauber gemacht? Und möchten wir von Bechern trinken, die vielleicht schon mehrere hundert oder gar tausend Mal genutzt wurden und nie wirklich gewaschen wurden? Nein, so hart sind wir doch nicht. Nicht in Myanmar, aber auch nicht in Deutschland. Also blieben wir erstmal durstig.

Nettes Zusammentreffen mit den Burmesen

Insgesamt drei Stunden verbrachten wir auf dem Gelände der Pagode. Der Reiseführer warnte vorher, dass die Pagode sehr stark von Touristen frequentiert wird und es sehr voll werden kann. Nun ja, vielleicht hatten wir Glück, aber wir sahen in der Zeit nur sechs weitere, westliche Touristen. Ansonsten Burmesen und vor allem keine nervigen Reisegruppen, die mit Megafons durch die Gegend ziehen. Es war herrlich relaxt.

Je höher die Sonne stand, desto heißer wurde der Marmorboden an den Füßen und wir suchten langsam den Ausgang. Auf dem Weg dahin gingen wir durch einen überdachten Teil, wo mehrere Leute saßen und aßen. Ein junges Paar winkte Karl zu sich hin, was er auch gern als Einladung annahm. Ehe wir uns versahen, saß er bei den beiden, trank ihre Wasserflasche fast leer und ließ sich ihr Mittagessen füttern. Sie deuteten uns, dass wir uns dazusetzen sollten, was wir dann auch gern machten.

Die beiden waren burmesische Englischlehrer und freuten sich ihre Englischkenntnisse mit uns zu verbessern. Sie erzählten über den Buddhismus, über Myanmar und fragten uns über Deutschland aus. Dazu bekamen wir auch Essen angeboten (was wir aber ablehnten) und sie gaben uns myanmarische Süßigkeiten. So eine Art fester Ananasgelee. Sah merkwürdig aus, schmeckte aber ganz gut. Als Dank schenkten wir ihnen ein paar deutsche Traubenzucker. Zum Abschied bekamen wir noch die fast leere Wasserflasche geschenkt. Yeah, nun hatten wir eine leere Flasche, die zwar schon von zwei Fremden genutzt wurde, aber irgendwie war der Durst zu groß und wir füllten sie am nächsten Wasserspender auf um endlich was zu trinken zu haben.

Karl picknickt mit den Englischlehrern in der Shwedagon Pagode

Karl und die beiden Englischlehrer.

Nun kommen wir zurück zum zweiten „Eigentlich“. Vielleicht erinnert ihr euch, wir wollten eigentlich auf dem Rückweg die Treppen runterlaufen um alles anzuschauen. Aber wir hatten unsere Schuhe beim Fahrstuhl gelassen. Das hätte bedeutet, wir wären die Treppen barfuß runterlaufen müssen, wären weiter barfuß an der Straße lang und über einen Parkplatz gelaufen um am Ende unsere Schuhe wieder zubekommen. Hm. Das hörte sich nicht wie ein besonders guter Plan an, daher ließen wir das sein und nahmen doch den Fahrstuhl hinunter.

Das Drama beginnt

Unten liefen wir dann den Weg zum Haupteingang mit den Treppen und machten ein paar Fotos. Der Haupteingang ist toll, aber wir sind unterwegs auch mal beim Osteingang vorbeigefahren. Dort blickt man über eine Straße zu den Treppen und oben drüber thront die Shwedagon Pagode. Der Blick hat uns sogar noch mehr begeistert. Also sollte euch eine Reise mal dorthin führen, fahrt ruhig mal zum den Osteingang und genießt die Aussicht.

Haupteingang der Shwedagon Pagode mit den Tempelwächtern.

Haupteingang der Shwedagon Pagode mit den Tempelwächtern. Wenn ihr die Person in der Mitte brachtet, werden die Größendimensionen erst richtig klar.

Der Haupteingang mit den dahinter liegenden, überdachten Treppen und der Shwedagon Pagode im Hintergrund.

Der Haupteingang mit den dahinter liegenden, überdachten Treppen und der Shwedagon Pagode im Hintergrund.

Nachdem wir genug fotografiert hatten, liefen wir über die Straße um ein Taxi zu finden. Ein Herr sprach uns an, ob wir ein Taxi brauchen und sagte wir sollen ihm folgen. Auf den paar Metern dorthin liefen wir an einem Restaurant vorbei. Wir überlegten, ob wir dort essen sollten (nicht das das Hungerproblem vom Montag wieder auftauchen würde), aber entschieden uns dagegen, weil der nette Taxifahrer schon wartete.

Im Nachhinein können wir sagen: Hätten wir lieber dort gegessen. Beim Einsteigen ins Taxi lag ein großer Stein vor meinen Füßen (Nina). Zum Glück hatte ich ihn gesehen und machte einen großen Schritt drüber. Aber irgendwas anderes hatte ich übersehen, nämlich ein großes, hochgebogenes Metallrost hinter dem Stein. Ein Schmerz durchzog meinen kleinen Zeh und es tat wirklich sehr weh. Aber egal, erstmal rein ins Taxi.

Dann ein Blick nach unten: trotz schwarzer Sandale war überall Blut zu sehen, der Zeh voller Blut. Ich nahm mir ein Taschentuch und drückte es auf den Zeh. Beim Hotel humpelte ich ins Zimmer, setzte mich auf die Badewanne und spülte erstmal alles mit Wasser ab um das Malheur genauer zu betrachten. Hm, sah komisch aus. So eine große, weiße Fläche. Wahrscheinlich war der Zehennagel eingerissen.

Sebastian bekam die Nagelschere in die Hand gedrückt um den eingerissenen Nagel abzuschneiden. Er untersuchte die Wunde näher und meinte, nee, irgendwie ist das komisch, da kann ich nicht schneiden.

Also wurde beratschlagt, was ist zu tun. Der Zeh hörte nicht auf zu bluten. Und richtig sauber machen konnten wir ihn auch nicht, wir hatten kein Antiseptikum und da das Wasser aus der Leitung nicht zum Trinken ist, ist es vermutlich auch nicht das Richtige um eine Wunde zu säubern.

Zusätzlich muss man bedenken, dass die ärztliche Versorgung in Myanmar relativ schlecht ist, auch im Vergleich mit anderen süd-ost-asiatischen Ländern wie Thailand, Malaysia oder Singapur. Ein entzündeter Zeh, Blutvergiftung oder irgendwas anderes unnötiges kann dort schnell mal zu einem richtig gefährlichen Notfall werden, einfach weil kein Arzt oder keine Medikamente in der Nähe sind. Unser Weg sollte uns am nächsten Tag weiter ins ländlichere Bagan führen, wie würde da die ärztliche Versorgung sein? Wir wollten nicht warten, ob der Zeh zu einem großen Problem werden würde und suchten ein Ärztezentrum, das einen guten Standard haben sollte.

Beim Arzt im Asia Pacific Medical Center in Yangon

Die Entscheidung fiel auf das Asia Pacific Medical Center. Es war nur 1,5km von unserem Hotel entfernt und wurde mehrmals im Internet positiv erwähnt.

Wieder rein ins Taxi, ab zum Center. Dort angekommen erwartete uns eine große, ordentliche Arztpraxis. An der Rezeption empfing uns eine nette Schwester, die gut englisch sprach und auch gleich das Problem verstand. Wir durften uns ins Wartezimmer setzen, aber wurden nach einigen Minuten direkt aufgerufen.

Im Arztzimmer wurde ich dann von einem chinesischem Arzt empfangen, der auch sehr gut englisch sprach. Er schaute sich meinen Zeh an und reinigte ihn mit einer Schwester zusammen. Seine Diagnose kam dann auch schnell: Der Zehennagel wurde von unten nach oben vollständig aus dem Nagelbett gerissen und war nur noch am oberen Ende fest. Um ihn zu entfernen, würde er vorher zwei Betäubungsspritzen in den kleinen Zeh setzen. Ich stimmte zu, er würde wissen was er tut, aber ich wollte keine weiteren Details und auch keine Infos über die Spritze, das finde ich nämlich gruselig, zugegebenermaßen habe ich eine Phobie gegen Spritzen. Aber ich stand die Prozedur tapfer durch, auch wenn die Spritzen echt wehtaten.

Danach wurde der Zeh noch gründlich desinfiziert und verbunden. Dazu gab es Schmerzmittel, Antibiotika, eine Flasche Betaisadona und Pflaster. Ich sollte auch eine Tetanus Impfung bekommen, aber da wir erst 3 Wochen zuvor eine Impfberatung beim Tropenzentrum in Hamburg bekommen hatten und dort alle notwendigen Impfungen aufgefrischt wurden, war das nicht notwendig. Trotzdem ein Tipp: Wenn ihr zum Arzt müsst, nehmt euren Ausweis mit (ich brauchte meinen nicht, aber es kann immer sein, dass er verlangt wird) und euer Impfbuch.

Alles zusammen hat die Behandlung inkl. Medikamente 30€ gekostet, dies wird aber natürlich durch unsere ADAC Auslandskrankenversicherung gedeckt. Solch eine Versicherung ist wirklich unabdingbar, wenn man ins Ausland fährt. Ein Beinbruch, Unfall oder ähnliches kann schnell sehr teuer werden und man sollte nicht an einer Auslandskrankenversicherung sparen.

Insgesamt fühlte ich mich im Asia Pacific Medical Center sehr gut aufgehoben. Es wurden sterile Nadeln und frische Handschuhe benutzt, alles wirkte sehr sauber und ich kann es nur weiterempfehlen.

Zurück ins Hotel

Den Weg zurück liefen wir dann zu Fuß. Der Zeh tat dank der Betäubung nicht weh, die Blutung hatte aufgehört und es waren nur 1,5km. Unterwegs aßen wir bei einem koreanischen Fast Food Restaurant, was Kentucky Fried Chicken sehr ähnlich war. Kurz vor unserem Hotel bogen wir dann in eine kleine schmale Straße ein, direkt neben der Kabar Aye Road beim Excel Treasure Tower. Dort fanden wir einen großen Supermarkt, in dem wir Vorräte für unsere bevorstehende Busfahrt nach Bagan mitnahmen. Außerdem war die Straße voll von Restaurants und Straßenständen.

Ihr erinnert euch vielleicht an unser Hungerproblem vom ersten Tag? Es hätte also 100m vom Hotel entfernt gelöst werden können. Aber leider konnten wir von der Hauptstraße nicht in diese kleine Straße blicken und der Weg zur Innenstadt führt nun mal in die andere Richtung. Dumm gelaufen, würde ich sagen.

So beendeten wir unseren Tag und verbrachten den Abend im Hotel. Von einem erneuten Besuch der Shwedagon Pagode an diesem Abend haben wir abgesehen. Wir hätten sie gern in der abendlichen Beleuchtung gesehen, aber die Aufregung hatte uns müde gemacht, wir hatten genug Abenteuer und für den nächsten Tag wollten wir fit sein. Die Besichtigung eines großen Marktes, der Innenstadt und die darauffolgende Fahrt mit dem Nachtbus nach Bagan würden uns genug fordern und spannende Eindrücke liefern.

20 Kommentare zu “Erst zur Shwedagon Pagode, dann ins Krankenhaus
  1. Feel-Good-Moments

    Oje, das klingt ja wirklich schmerzhaft! Schade, dass euer Tag so enden musste 🙁
    Die Pagode sieht wunderschön aus und sollte ich Myanmar mal besuchen, kommt sie auf jeden Fall auf meine „to see“-Liste.
    Ich freue mich sehr, euren Blog gefunden zu haben, denn hier steht in Kürze Nachwuchs an und ich hatte mich gedanklich für die nächsten 6-8 Jahre schon von Reisen nach Asien verabschiedet. Es freut mich zu lesen, dass ihr dort trotz Kleinkind unterwegs seid 🙂

    LG, Katja

    1. Nina Autor des Beitrags

      Hallo Katja,

      glücklicherweise bedeutet ein Kind heutzutage nicht mehr, dass man die nächsten 18 Jahre nur noch an die Ostsee fahren kann 🙂 Wobei man auch immer gucken, wie das Kind reisen verkraftet. Manche Kinder benötigen einen sehr festen Tagesablauf und müssen immer im selben Bett schlafen. Andere, wie unser Karl, sind sehr locker und fühlen sich dort wohl, wo wir uns wohl fühlen. Bevor wir die große Asien Reise gemacht haben (mit 1 Jahr für 2 Monate Thailand und Kambodscha), sind wir mit Karl für eine Woche in die Türkei geflogen. Lief super und war ein guter Test für uns alle. Kann ich nur empfehlen 🙂

      Wir freuen uns, wenn du mal wieder reinschaust oder vielleicht unseren Newsletter abonnierst.

      Liebe Grüße, Nina

  2. Nadine Uzelino

    Das sind echt supertolle Eindrücke . Ich hoffe, der Zeh heilt gut?! Da kannst du ja rcht froh sein, dass ihr vor Ort ein gutes medicalcenter gefunden habt!! Lg Nadine von Nannis Welt.

    1. Nina Autor des Beitrags

      Hallo Nadine,

      der Zeh sieht immernoch lädiert aus, aber anscheinend wächst der Nagel wieder, es juckt im Moment viel 😉

      LG, Nina

  3. Pingback: Yangon rockt! Stadtbesichtigung in Yangon mit Kind | karl-reist.de

  4. Wolfgang

    Welch eine Pracht! Schöne Fotos habt ihr gemacht.

    Und so ein blöder Unfall kann natürlich überall auf der Welt passieren. Wie es aussieht, hattet ihr ja mit der ärztlichen Versorgung durchaus Glück.

    1. Nina Autor des Beitrags

      Hallo Wolfgang,

      vielen Dank für die netten Worte 🙂

      Ja Du hast natürlich recht. So ein blöder Unfall kann überall passieren. Aufgrund der schlechten Krankenversorgung in Myanmar haben wir aber lieber den Weg zum Arzt gesucht, als „mal sehen was wird“. Dann kann aus einer kleinen Verletzung doch schnell ein Notfall werden. Aber wir hatten Glück 🙂

      VG, Nina

  5. Kuno

    Deine Überschrift hat mich erst einmal kurz inne halten lassen und ich dachte nur: Oh nein, hoffentlich ist nichts Schlimmes mit dem Kind passiert! Daher konnte ich mich irgendwie nocht völlig auf den Reisebericht einlassen, weil dieser Gedanke immer im Hinterkopf war. Im Endeffekt hast du wohl nochmal Glück im Unglück gehabt. Trotzdem schade, wenn ein schöner Tag so endet… Aber nun zu den erfreulichen Dingen: Die Reise hört sich gut an und da ich Mitte des Jahres wahrscheinlich von Südamerika nach Asien fliege, sind mir solche Länderberichte im Moment sehr lieb 🙂

    1. Nina Autor des Beitrags

      Hi Kuno,

      oh das tut mir leid, wir wollten Dir mit der Überschrift nicht den Reisebericht vermiesen. Ich hoffe, Du gibst ihm noch eine Chance und verfolgst unsere Berichte zur Inspiration weiter.

      Lg, Nina

  6. Geertje

    Liebe Nina, erst dachte ich, dass ihr mit Karl zum Arzt müsst, dann war ich doch etwas erleichtert, dass es „nur“ ein Erwachsenenzeh war. Ich hoffe, es geht wieder gut umfass Ereignis hat nicht die wundervollen Eindrücke von der Pagode getrübt. Geertje von der nordicfamily

    1. Nina Autor des Beitrags

      Hallo Geertje,

      da alles gut gegangen ist und der Zeh nach ein paar Tagen auf ruhig war, hat es nicht weiter gestört. Schade war nur, dass bis Dubai baden für mich verboten war. Aber lieber so als irgendwelche Parasiten oder Entzündungen 😉

      VG, Nina

  7. Susanne

    Hallo Nina,
    also abgesehen von deinem Zeh war das bestimmt ein traumhafter Tag. Die Bilder sind einfach wunderschön. Ich kann mir vorstellen, dass es überall wunderbar leuchtete und glänzte. Die Ausmaße der Anlage sind wirklich gigantisch und besonders gefällt mir, dass es nicht nur ein Ort der Stille und des Gebetes ist, sondern hier auch gelebt werden kann.
    Ich bin total beeindruckt, danke für die wundervollen Eindrück, Susanne

  8. gailtalontour

    Wow, wow, wow!!! Die Shwedagon Pagode ist ja wirklich der absolute Wahnsinn. Ich war ja leider noch nie im östlichen Asien, aber wenn ich diese Bilder sehe, dann landet das mal sofort auf meiner Bucket List.
    Blöde Geschichte mit deinem kleinen Unfall, aber wie sagt Forrest Gump so nett: Shit happens 😉 Solange nichts gebrochen ist und du nicht mit Gips weiterreisen musstest ist es ja halb so tragisch…

    LG, Anita

  9. gailtalontour

    Wow, wow, wow!!! Die Shwedagon Pagode ist ja wirklich der Hammer. Die Bilder sind einmalig und machen total Lust darauf, sofort dort hinzufliegen. Kommt sofort auf meine Bucket List.
    Blöde Sache mit dem Fuß, so etwas ist immer ärgerlich und versaut einen halt doch ein wenig den Tag.
    LG, Anita

  10. comfortzoneless

    Liebe Nina,
    Myanmar würde mich ja wirklich sehr reizen. Als ich vor zwei Jahren in Thailand war, machte ich einen Ausflug in den Norden zum Goldenen Dreieck und schipperte mit dem Boot kurz nach Myanmar rüber. Und da war mir klar, das ich nochmal zurückkommen möchte. Die goldenen prächtigen Tempel auf deinen Fotos sind genau das, was ich vor Augen habe, wenn ich an Myanmar denke. Danke, Nina, für diesen Einblick.
    Ich bin mir sicher, nur die schönen Erinnerungen an diesen Ausflug bleiben für euch in guter Erinnerung.

    Schöne Grüße,
    Stefanie

  11. Anja

    O je, als Mutter mit Kind auf Reisen kann ich wirklich nachempfinden, wie es dir ergangen ist.Aber ich denke passieren kann immer etwas, auch auf dem Schulweg in Deutschland. Aber Lösungen gibt es eigentlich auch immer. Was reisen mit Kind betrifft stehe ich ja auf dem Standpunkt: Geht nicht gibt es nicht. Solange es den Kiddis Spaß macht-nur los.
    LG Anja

  12. Daniela

    Aua, das liest sich ja übel. Hoffentlich ist dein Zeh wieder der Alte. 🙂 Ansonsten hat mich dein Bericht über die Pagode sehr gefesselt. Du hast einen guten Schreibstil. Ich habe mich so gefühlt, als wäre ich dabei gewesen. Vielen Dank dafür.

    LG Daniela

  13. Karin

    Hallo,

    die Bilder sehen wirklich beeindruckend aus, Wahnsinn!
    Süß., wie du das mit den Fotos schilderst, musste mir das gerade bildlich vorstellen, wie das Touristenkind zum Fotomotiv wird 🙂
    Hoffe, dein Zeh ist nicht nachtragend!

    LG Karin

  14. Karin

    Hallo,

    das sieht wirklich unglaublich faszinierend aus, Wahnsinn!
    Also ich musste direkt lachen, wenn ich mir vorstelle, wie das Touristenkind zum Fotomotiv wurde 🙂
    Hoffe, dein Zeh ist nicht nachtragend!

    LG Karin

  15. Pingback: Auf Entdeckertour in der Stadt der Tempel: Bagan | Karl reist - Reisen und Urlaub mit Kindern

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