Der Beginn unser Peloponnes Rundreise: Zacharo, Olympia und Schildkröten auf der Westpeloponnes

Die südgriechische Halbinsel Peloponnes gehört zu den eher unbekannten Familienreisezielen in Europa. Dabei bietet dieses Fleckchen abwechslungsreiche Sehenswürdigkeiten, tolle, flache Strände, gutes Essen und günstige Preise. Was will man mehr, dachten wir uns und starteten im Juni 2015 eine 2,5-wöchige Rundreise in Westpeloponnes.

Anreise zur Westpeloponnes

Um auf die Peloponnes zu reisen, bieten sich mehrere kostengünstige Möglichkeiten. Eine ist, nach London zu fliegen und von dort weiter nach Kalamata in den westlichen Teil der Peloponnes. Wir haben uns aber für einen Direktflug von Hamburg nach Athen mit Easyjet entschieden. Nachdem wir die Preise einige Zeit beobachtet hatten, schlugen wir etwa vier Monate vor Abflug zu und zahlten so für den Direktflug für drei Personen insgesamt nur 350€ inkl. zwei Gepäckstücken.

Die nächsten Monate vergingen wie im Flug und so landeten wir nach etwa 3 Stunden Flug morgens gegen 10 Uhr in Athen und machten uns auf, unseren Mietwagen zu suchen. Diesen hatten wir im Internet gebucht und er kostete inkl. Vollkasko ohne Selbstbeteiligung ca. 300€ für zwei Wochen. Die Mobilität und Flexibiltät ist mit einem Mietwagen einfach großartig und daher mieten wir in den meisten Urlauben einen.

Dann ging es endlich los zur Westpeloponnes, genauer gesagt nach Zacharo. Die gut 260km lange Strecke ging größtenteils über die Autobahn und nur die letzten 50km führten über die Landstraße. Insgesamt waren wir ca. 3 Stunden unterwegs, bis wir endlich in unserer Unterkunft ankamen.

Ausblick aus dem Hinterland zur Küste

Ausblick aus dem Hinterland zur Küste. Wunderschöne, sanfte Hügel, grüne Landschaften, türkises Meer.

Ausblick aufs Hinterland

Und der Blick zur Seite.

Evelyns House in Zacharo

Die ersten drei Nächte verbrachten wir in Evelyns House in Zacharo. Der Name „Haus“ ist allerdings etwas verwirrend, denn eigentlich handelt es sich um ein paar kleine Reihenhäuser auf Evelyns Grundstück.

Unser Zimmer war für vier Personen ausgelegt mit einem Doppelbett und einem Hochbett. Es gab ein kleines Badezimmer und eine Kochzeile. Wie oftmals in Griechenland war diese Küche etwas spärlich ausgestattet. Das bedeutet, meist gibt es nur zwei Kochplatten, dementsprechend auch nur einen oder zwei Töpfe und eine Pfanne. Besteck und Geschirr ist vorhanden, aber auch nur für vier Personen. Das kann man aber auch positiv sehen, denn so sammelt sich kein schmutziges Geschirr in der Spüle an. Draußen gab es noch eine kleine Frühstücksterrasse für uns.

Evelyns House Zacharo

Unser Zimmer in Evelyns House.

Evelyns House Zacharo

Hinten rechts ist die Küchenzeile.

Evelyns House Zacharo

Kleines, aber funktionales Badezimmer.

Unser Apartment war sauber und einfach, aber wir waren zufrieden. Denn was drinnen fehlte, machte das Außengelände wieder weg. Neben einem Spielplatz und einem großen Pool gab es einen großen Garten, der voll stand mit Mandarinen-, Orangen- und Zitronenbäumen. Der Duft und die leckeren Früchte stimmten uns direkt auf Griechenland ein.

Evelyns House Zacharo

Direkt vor der Terrasse war ein großer Garten mit vielen Fruchtbäumen.

Evelyns House Zacharo

Links sind die Ferienhäuser. Der Pool ist durch einen Zaun davon getrennt und der Spielplatz befindet sich hinter dem Pool.

Das Beste aber war, dass die netten Besitzer uns jeden Morgen frisch gepressten Mandarinen-Orangensaft und Eier von den eigenen Hühnern brachten. Karl fand in dem Sohn der Besitzer auch direkt einen Spielkameraden und zusammen erkundeten sie den Garten.

Gebucht hatten wir unser Apartment hier bei booking.com* und zahlten 45,-€ pro Nacht im Juni.

Der kleine Ort Zacharo

Evelyns House lag nur einige hundert Meter vom breiten Strand entfernt. Das Wasser war etwas wild, aber der Strand war wunderschön und es waren sehr wenige Leute am Meer. Auch sonst gibt es viele ruhige Strände in der Gegend um Zacharo, die zum Baden einladen. Die gesamte Gegend ist nicht sehr touristisch und schon gar nicht überlaufen, ein Punkt, der uns immer sehr gefällt.

Einsamer Strand von Zacharo

Der Strand von Zacharo: breit, einsam und wunderschön.

Einsamer Strand von Zacharo

Und auch hier der Blick zur anderen Seite.

Zacharo Strand

Ein weiterer Strand in der Nähe von Zacharo.

Zacharo Strand

Und auch hier der Blick in die andere Richtung.

Der Ort Zacharo ist ansonsten relativ reizarm. Es gab einige Geschäfte und Tavernen, die streng ihre Mittagszeiten von ca. 13-17 Uhr einhielten. Am ersten Tag kamen wir hungrig an und suchten verzweifelt eine Möglichkeit etwas zu essen. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir die Mittagspause noch nicht verinnerlicht, so dass wir erstmal hungrig durch die Straßen liefen.

Irgendwann hatten wir genug und fuhren Richtung Süden und da fanden wir dann die besten Souvlaki unserer gesamten Reise. Am Ortsende stand auf der rechten Seite die „Kantina“ eine Art altmodischer Foodtruck. Dort bestellten wir einfach irgendwas zu essen und bekamen Souvlaki, Pommes, Zaziki, alles garniert mit gut schmeckenden Zwiebeln, frischen Tomaten und Meersalz. Es war mega lecker und sehr günstig, ca. 8€ für drei Personen. Gegessen wurde auf Barhockern am Straßenrand. Rustikal, aber so gut, dass wir noch einmal dort aßen.

Süßigkeiten in Zacharo

Nach dem Essen in der Kantina gönnten wir uns ein paar süße Teilchen in Zacharo. Abgerechnet wird nach Gewicht, dieses zusammen kostete nur ca. 4€.

Antikes Olympia auf der Peloponnes in Griechenland

Was trieb uns denn nun nach Zacharo? Ganz einfach, wir suchten eine schöne Unterkunft in Meeresnähe von der wir es nicht weit bis zum antiken Olympia hatten. Wenn wir schon mal in der Gegend waren, wollten wir uns die historischen Stätten natürlich anschauen. Also ging es am nächsten Tag von Zacharo ins etwa 20km entfernte Olympia.

Aussicht vom Staudamm auf dem Weg nach Olympia

Die Aussicht vom Staudamm Fragma Alfios auf dem Weg nach Olympia.

Olympia Peloponnes Fluss Staudamm

Und hier der Blick auf den Staudamm und den Fluss Alfios.

Die Fahrt ist kurzweilig und führt durchs schöne Hinterland. Vor Ort gibt es dann wenige Parkplätze, aber wenn man früh genug dort ist, kann man ziemlich genau am Eingang parken. Dann geht es nur noch einen kleinen Hügel bergab und schon steht man an der Kasse. Der Eintritt betrug 12€ für die Ausgrabungen des olympischen Dorfes und das neue Museum.

Übrigens: Wer keine Lust hat, den Hügel wieder hoch zu laufen, kann auch eine Pferdekutsche mieten. Diese fahren den Berg auf und ab sowie zum Museum. Der Preis ist fest: etwa 3-4€ pro Person und Strecke. Wir sind gern mal lauffaul, aber in diesem Fall fanden wir nicht, dass es lohnen würde die Kutsche zu nehmen, da jeder Weg nur etwa 300-450m lang ist.

Dann ging unser Abenteuer Olympia los. Gleich am Eingang kann man die aktuellen Ausgrabungen bewundern. Denn auch wenn die Ausgrabungen 1875 gestartet sind, beendet sind sie bisher nicht, es gibt noch eine Menge auszubuddeln. Das älteste Objekt dort ist der Zeus-Tempel aus dem 5. Jahrhundert vor Christi.

Aktuelle Ausgrabungen in Olympia.

Aktuelle Ausgrabungen in Olympia.

Hier ein paar Bilder aus der Stätte:

Peloponnes antikes Olympia

Zugegebenermaßen haben wir für euch die interessantesten Bilder rausgesucht, auf denen auch etwas zu sehen ist. Aber meistens gab es nur Steinreihen, wie hier ganz vorn im Bild, zu besichtigen.

Peloponnes antikes Olympia

Peloponnes antikes Olympia das Stadium

Hier im Stadion fanden die Spiele statt.

Eingang zum Stadium Olympia

Und hierdurch liefen die Athleten ein.

Haus in Olympia

Das am besten erhaltene Gebäude beherbergt ein gut erhaltenes Mosaik. Leider darf es nicht betreten werden und wir konnten es nur auf einem Bild betrachten.

Ausstellungsinformationen bei Olympia Peloponnes

Karl und Sebastian studieren die Ausstellungsinformationen.

Ausgrabungen beim antiken OlympiaAusgrabungen beim antiken Olympia

Ausgrabungen beim antiken Olympia

Danach ging es für uns noch rüber ins neue Museum. Dieses ist wirklich sehr modern, aber auch irgendwie steril. Vielleicht soll dieser Unterschied von uralter Geschichte und hochmoderner Architektur den Reiz ausmachen, wir wissen es nicht, aber uns packte es nicht wirklich.

Museum von Olympia

Das Museum bei den olympischen Stätten.

Museum bei den olympischen Stätten

Karl schaut sich die Ausstellung an.

Das Problem hatten wir aber auch mit der gesamten antiken Stätte. Ja, es ist eine uralte Gegend, in der etwas ganz Großes und Wichtiges entstanden ist. Und ja, das ist schon eine anheimelnde Idee, wenn man darüber nachdenkt, während man dort umher läuft. Aber ansonsten?

Wir mögen Kulturbanausen sein oder einfach zu verwöhnt von anderen wichtigen Stätten wie Angkor, aber für uns standen dort einfach unfassbar viele Steine. Hier und dort ließ sich der Umriss eines Gebäudes entdecken, das Tor zum olympischen Stadion steht sogar noch, aber ansonsten waren es einfach gestapelte und gelagerte Steine. Wir wollten uns begeistern lassen, wir wollten ergriffen sein und wir wollten den olympischen Geist spüren, aber wir fanden es letztlich einfach nur fad und waren enttäuscht.

Würden wir euch Olympia trotzdem empfehlen?

Kommt drauf an. Also, wer einfach mal da gewesen sein will, sowieso in der Ecke ist, wer allgemein Interesse an archäologischen Ausgrabungen hat, für den ist dies gewiss sehr spannend. Hinzu kommt, dass der Eintrittspreis auch nicht zu hoch ist, so dass man sich das ruhig mal leisten kann.

Aber wenn ihr irgendwelche schönen Gebäude, Bilder oder Statuen auf dem Gelände erwartet, werdet ihr enttäuscht sein. Solltet ihr mit Kindern reisen, überlegt euch genau, ob eure Kinder „olympiatauglich“ sind. Denn natürlich sollten sie nirgends hochklettern und auch das Essen ist überall verboten, wie wir feststellen mussten. Wir hatten zwar keine Verbotsschilder wahrgenommen (und eigentlich achten wir sehr darauf) und saßen auf einer Bank, um ein Brot zu essen. Einmal abgebissen, und schon stand ein Angestellter neben uns und schimpfte, dass Essen verboten sei. Nach einiger Diskussion durfte unser damals 2-jähriger Karl in seinem Buggy weiteressen, zum Glück, denn ein hungriges Kind schaut sich ungern antike Stätten an. Wir schätzen, dass so verhindert werden soll, dass Müll umherfliegt, aber trotzdem war das vehemente Auftreten schon erschreckend bösartig und sorgte nicht dafür, dass wir uns wohler fühlten.

Wilde Schildkröten bei den Heilbädern von Kaiafa

Nach dem Olympia-Reinfall fanden wir aber doch noch unser persönliches Highlight auf der Westpeloponnes, denn nur 6km nördlich von Zacharo sind die Heilbäder von Kaiafa.

Zuerst fuhren wir aber zum alten Kurhaus von Kaiafa, welches auf einer kleinen Inseln im See von Kaiafa lief. Es ist verlassen und wird nur noch hier und da ein wenig gepflegt. Irgendwie hat es etwas von einem dieser Lost Places, die langsam verfallen und keine Beachtung bekommen. Aber der Spaziergang einmal ums Gelände war sehr schön.

Kaiafa Fluss mit Schildkröten am Heilbad

Ein Blick aufs alte Kurhaus.

Danach fuhren wir weiter nördlich und bogen den nächsten Weg rechts ab, der hinter dem See lang führt. Dort kommt nach etwa 1,5km das heutige Heilbad von Kaiafa, bei google maps ist es mit „Loutra“ gekennzeichnet. Hier kann man im Thermalwasser baden und es sich gut gehen lassen. Das war aber nicht der Grund für unseren Ausflug dorthin. Unser Ziel lag genau gegenüber von dem Heilbad an dem Parkstreifen.

Kaiafa Fluss mit Schildkröten am Heilbad

Der Ausblick vom neuen Kurhaus auf das alte in der Mitte des Sees. Der See ist aufgrund seines speziellen Wassers übrigens wirklich so extrem blau, wie er auf dem Bild wirkt.

  • Dort führt ein kleiner schwefelhaltiger Fluss entlang, der, bis auf den Geruch, zuerst nicht interessant wirkt. Aber sobald man anfängt dort etwas Brot hinein zu werfen, tauchen wie aus dem Nichts überall kleine schwimmende Schildkröten auf, die sich auf das Brot stürzen. Dies ist überaus süß anzusehen und wir verbrachten dort einige Zeit mit der Beobachtung der Schildkröten. Für uns eine klare Empfehlung, die nicht nur Kindern Spaß macht.
Kaiafa Fluss mit Schildkröten am Heilbad

Dieser unscheinbare Fluss riecht ordentlich nach Schwefel und beherbergt die kleinen hungrigen Schildkröten.

Kaiafa Fluss mit Schildkröten am Heilbad

Kaiafa Fluss mit Schildkröten am Heilbad

Vorn rechts sieht man im Wasser schon die erste Schildkröte.

Kaiafa Fluss mit Schildkröten am Heilbad

Immer mehr Schildkröten trauten sich hinaus, teilweise bis 40 Stück auf einmal.

Nächstes Ziel: der Süd-West-Zipfel der Peloponnes

Nach drei Nächten ging es für uns weiter, 110km südlich nach Finikounda. Dort erwarteten uns sehr viele Sehenswürdigkeiten und atemberaubende Landschaften. Aber dazu findet ihr im nächsten Artikel mehr.


Pinterest Peloponnes Olympia

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Übrigens: Mit diesem Artikel nehmen wir an der Blogparade von Spaness zum Thema Roadtrips teil! Dort findet ihr noch viele weitere interessante Rundreisen mit dem Auto.

Ein Kommentar zu “Der Beginn unser Peloponnes Rundreise: Zacharo, Olympia und Schildkröten auf der Westpeloponnes
  1. Pingback: Peloponnes Strände in Westpeloponnes bei Finikounda und Methoni

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