Mit der Straßenbahn Linie 28 durch Lissabons Altstadt

Der zweite Tag unserer Städtereise nach Lissabon brach an. Wir hatten etwas Spannendes geplant: Erkundung der Stadt, besonders der Altstadt Lissabons, mit der alten Straßenbahn Linie 28.

Aussicht vom Castelo de São Jorge über die Stadt

Aussicht von der Mauer des Castelo de São Jorge über die Stadt

Linie 28 – DIE Straßenbahn in Lissabon

Linie 28 Straßenbahn Lissabon

In den anderen Beiträgen gab es bereits Bilder der Straßenbahn. Hier noch eines zur Erinnerung, wie sie aussieht 😉

In Lissabon gibt es unglaublich viel zu sehen. Um einen guten Einblick in viele verschiedene Stadtteile, wie Lissabons Altstadt Gracia und Alfama oder Bairro Alto in der westlichen Oberstadt, zu erhalten, lohnt sich definitiv eine Rundfahrt mit der alten Straßenbahn Linie 28.

 

Da eine Stadtrundfahrt mit der Linie 28 sehr begehrt ist, sind diese Straßenbahnen auch immer gut gefüllt. Um einen der wenigen Sitzplätze zu ergattern, sollte man direkt an der Start- / Endhaltestelle am Platz Martim Moniz einsteigen. Wie praktisch, dass unser Apartment genau gegenüber von der Haltestelle lag. Und Karl, der seine freie Zeit in der Wohnung damit verbrachte am Fenster zu stehen und die Straßenbahn zu beobachten, konnte uns auch den Fahrplan sagen: Etwa alle 5 Minuten fährt die Straßenbahn ab.

So ging es los. Wir bekamen auch alle einen Sitzplatz am Fenster und waren gespannt auf die Stadtrundfahrt mit der Straßenbahn. Nach dem Start fuhr die 28 gemächlich durch das Altstadtviertel Lissabons: Gracia. Die Fahrt ist wirklich sehr interessant. Die Straßen sind teilweise so schmal, dass keine Autos durchfahren und man mit dem Arm die Häuser berühren könnte. Wenn es um die Kurve geht, geht die Spur auch mal bis über den Bürgersteig um danach wieder zurück auf die Straße zu gehen.

Sebastian in der Linie 28 Straßenbahn Lissabon

Sebastian freut sich über seinen Sitzplatz mit Aussicht auf den Straßenbahnfahrer.

Und nicht zu vergessen, das ewige Auf und Ab der Straßen Lissabons. Man sieht steile Straßen, die mit Stufen versehen wurden, damit die Fußgänger einfach aufsteigen können. Zwischendurch kann man Blicke auf den Tejo erhaschen und die eine oder andere Kirche huscht vorbei. Eine wunderbare Fahrt, die auch von alten und jungen Lissabonnern genutzt wird. Übrigens: Auch die Stadtrundfahrt mit der Straßenbahn ist in dem 24-Stunden-Fahrtticket vom Nahverkehr inklusive.

Es wurde mit der Zeit immer voller, die Altstadt Lissabons und andere Stadtteile zogen vorbei und die Straßenbahn war proppenvoll, alle 20 Sitzplätze und 38 Stehplätze waren belegt. Das ist aufgrund der Popularität der Linie 28 zu erwarten. Was aber nicht in Ordnung ist, ist, dass die Touristen wie angewurzelt auf ihren Sitzen bleiben und die portugiesische Oma, die schwankend zwischen den Menschenmassen steht, „nicht sehen“. Wir stehen auf, wenn jemand reinkommt, der den Sitzplatz eher benötigt, auch wenn das bedeutet, dass wir schlechter rausgucken können. Insgesamt finde ich es befremdlich, wenn ich als Mutter mit Kind auf dem Arm eher aufstehe, als die anderen Touristen, die stur aus dem Fenster gucken und so die anderen Menschen ignorieren.

Straßenbahn Endstation von Linie 28 am Friedhof

Schließlich kamen wir an der Endstation Cemitèrio dos Prazeres, dem „Friedhof der Freuden“, an. Zugegebenermaßen: ein Friedhof ist normalerweise seltener auf unseren Sightseeing Touren zu finden. Aber dieser ist wirklich wunderschön, ganz anders als unsere deutschen Friedhöfe und am Ende gibt es eine tolle Aussicht über Lissabon und die Brücke des 25.Aprils.

Friedhof Cemitério dos Prazeres in Lissabon

Kunstvoll gestaltete Grabmäler auf dem Cemitério dos Prazeres in Lissabon

Baufällige Gruft auf dem Cemitério dos Prazeres

Nicht alle Grüfte sind in einem guten Zustand. Hier gibt die kaputte Tür den Blick auf die Särge frei.

Die Grabmäler sind meistens Gruften. Je nach materieller Möglichkeit der Bestatteten sind es riesige Marmordenkmäler oder auch einfachere Häuser mit Glastür. Schaut man denn durch das Fenster, sieht man die Särge auf Regalbrettern aufgestapelt. Teilweise sind diese Bauten sehr alt und hier und da sieht man auch mal einen abgestürzten Sarg, bei dem das Regal weggebrochen ist und der Sarg aufgebrochen…. Was habe ich mich gegruselt. Sebastian ist der Sache aber auf den Grund gegangen und hat sich das genauer angeguckt. Er konnte Entwarnung geben, man sieht keine Skelette, da in den Holzsärgen nochmal ein Metallsarg eingebaut wurde und der natürlich intakt bleibt. Puh… Glück gehabt.

Sebastian guckt bei einer besonders großen Gruft durch das Fenster

Diese besonders große und prunkvolle Gruft guckt sich Sebastian mal aus der Nähe an.

Aussicht vom Cemitério dos Prazeres über den Tejo und auf die Ponte 25 de Abril

Über 80 solcher idyllischen Alleen durchziehen den Friedhof, an denen rechts und links die Häuser und Grüfte stehen.

Feuerwehrparade auf dem Cemitèrio dos Prazeres

Als wir den Friedhof betraten, standen sehr viele Feuerwehrleute draußen vorm Eingang und warteten. Wir dachten uns noch nichts dabei, aber später trafen wir diese auf dem Cemitèrio dos Prazeres wieder. Die Feuerwehr hielt eine Parade über den Friedhof ab, denn es war nämlich Totensonntag und es wurde der verstorbenen Feuerwehrmänner und Feuerwehrfrauen gedacht.  Am offiziellen Denkmal wurde ein Kranz niedergelegt und es wurde das Ende des Friedhofs aufgesucht um dort erneut Blumen niederzulegen. Auf dem Cemitèrio dos Prazeres gibt es nämlich einen Teil, auf dem nur verstorbene Feuerwehrmänner und -frauen beerdigt werden. Diese haben diesen besonderen Platz mit der besten Aussicht bekommen, um sie für Ihren Einsatz zu ehren. Das war ein interessantes Schauspiel, dem wir mit genug Abstand und Ruhe folgten.

Das Logo der Lissabonner Feuerwehr

Das ist das Logo der Lissabonner Feuerwehr.

Feuerwehrdenkmal und Feuerwehrleute auf dem Cemitério dos Prazeres

Hier ist ein Denkmal für verstorbene Feuerwehrleute, vor dem die Feuerwehr gerade eine kleine Zeremonie beendet hat.

Aussicht vom Cemitério dos Prazeres über den Tejo und auf die Ponte 25 de Abril

Aussicht vom Ende des Cemitério dos Prazeres über den Tejo und auf die Ponte 25 de Abril

Besichtigung des Castelo de Sao Jorge

Ein tolles Fliesenbild in Lissabon

Eines der zahlreichen wunderschönen Fliesenbilder, die man in der ganzen Stadt finden kann.

Nach dem Friedhof stiegen wir wieder in die Linie 28 und fuhren zurück. Dieses Mal stiegen wir am Miradouro Santa Luzia aus. Hier war wieder eine tolle Aussicht über die Stadt und den Tejo zu bestaunen. Außerdem gab es wieder Fliesenarbeiten zu bewundern.

Der Ausblick wurde dieses Mal etwas behindert durch große Kreuzfahrtschiffe. Dementsprechend gibt es sehr viele Kreuzfahrttouristen in Lissabon, die die Stadt am Tag besichtigen.

Blick über das Alfama Viertel mit der Kirche von São Vicente

Hier der Blick über das Alfama Viertel mit der Kirche von São Vicente

Nach dem Aussichtsplatz ging es den Berg hoch zum Castelo de Sao Jorge, das wir bisher nur aus den Fenstern unserer Wohnung bewundern konnten. Diese Burganlage wurde irgendwann vor dem 11. Jahrhundert gebaut. 1755 gab es ein großes Erdbeben in Lissabon, bei dem ein Großteil der Stadt zerstört wurde. Hierzu zählt auch das Castelo de Sao Jorge. Es wurde nicht wieder aufgebaut, daher kann man jetzt die Burgruinen besichtigen und die tolle Aussicht genießen:

Aussicht vom Castelo de São Jorge auf die Ponte 25 de Abril

Hier ist die Aussicht in Richtung der Brücke

Die Ponte 25 de Abril gesehen von der Burg aus

Die Ponte 25 de Abril gesehen von der Burg aus

Karl und Sebastian beim Blick über Lissabon

Karl und Sebastian genießen die Aussicht.

Kanone auf dem Castelo de São Jorge

Auf der Burg stehen auch alte Kanonen.

Mauer und Turm Castelo de São Jorge

Mauer und Turm des Castelo de São Jorge

Blick auf den Martim Moniz vom Castelo de São Jorge

Das ist unser Appartement am Platz Martim Moniz von der Burg aus fotografiert. Es handelt sich um das Gebäude ganz vorn links. Unsere Zimmer sind rechts vom Baum im 3.Stock.

Portugisische Flagge auf der Mauer des Castelo de São Jorge

Portugisische Flagge auf der Mauer des Castelo de São Jorge

Sebastian schiebt Karls Buggy über die holperige Brücke

Sebastian schiebt Karls Buggy über die holprige Brücke in die Burgruine.

Pfau im Castelo de São Jorge

Dieser Pfau ist einer der Bewohner des Kastells.

Zurück in die Innenstadt

Nach dem Besuch des Castelos ging es zurück in die Innenstadt. Bergab lief es sich sehr gut, einmal nahmen wir einen der öffentlichen Fahrstühle, um einen großen Höhenunterschied zu überwinden und innerhalb von etwa 10 Minuten waren wir wieder unten am Platz Martim Moniz.

Nun starteten wir ein Wettrennen gegen die Zeit. Wir wollten gern mit dem bekannten Fahrstuhl Elevador de Santa Justa fahren, aber natürlich mit unserem 24-Stunden-Ticket. Vor dem Fahrstuhl erwartete uns eine lange Schlange an Kreuzfahrttouristen. Ahh. Wir waren angespannt, denn unsere Fahrkarte lief nur noch wenige Minuten und wir wollten die 4,-€ Fahrgeld für den Elevador sparen. 5 Minuten vor Ablauf des Tickets konnten wir in den Fahrstuhl einsteigen. Juchu, Glück gehabt.

Oben erwartete uns erneut eine schöne Aussicht über Lissabon. Aber ganz ehrlich? Nachdem wir am Abend zuvor die Aussicht auf dem Aussichtplatz Miradouro de Sao Pedro de Alacantra und an dem Tag von der Burg genossen hatten, erschien uns diese Aussicht weniger atemberaubend. Unser Fazit daher: Wenn man sowieso das 24-Stunden-Ticket hat, kann man die Aussicht gern mitnehmen, aber extra dafür zahlen würden wir nicht.

Portugiesisch essen gehen zum Urlaubsende

Langsam neigte sich der Tag dem Ende zu. Abends ging es nochmal in die Bar A Ginjinha und zum Essen in das kleine portugiesische Restaurant Piri Piri, hinterm Martim Moniz Platz. Essen gehen ist auch nicht teuer in Lissabon. Wir zahlten ca. 30€ für 3 Gerichte, Fleischplatte, Sepia und Sardinen (ja, Sebastian hatte zwei Portionen) und Getränke.

Gemischte Fleischplatte vom Grill

Gemischte Fleischplatte vom Grill

Gegrillte Sepia

Gegrillte Sepia

Sardinen vom Grill

Sardinen vom Grill

Paella mit Meeresfrüchten

Paella mit Meeresfrüchten für Sebastians Tante

Sebastian hält eine Karaffe Wein

Kaum hat er etwas zu trinken, strahlt er wieder…

Damit ging unser Kurzurlaub langsam zu Ende. Am nächsten Tag ging die Apartment-Übergabe wieder problemlos vonstatten und abends landeten wir wieder in Hamburg. Unser Fazit zum Lissabon-Urlaub, in dem wir euch auch informieren, worauf ihr unbedingt achten müsst bei einer Städtereise nach Lissabon, findet ihr im nächsten Artikel.

Mehr zu unserem Kurzurlaub in Lissabon findet ihr hier:

Planung unseres Lissabon Kurztrips

Anreise nach Lissabon mit Ryan Air und Taxi

Der 1.Urlaubstag mit Lissabons Sehenswürdigkeiten

18 Kommentare zu “Mit der Straßenbahn Linie 28 durch Lissabons Altstadt
  1. monafuchs

    Euer Reisebericht bringt schöne Erinnerungen an Lissabon zurück. Dort war ich vor meiner Blogger-Zeit, aber die Stadt hat mich begeistert. Ich will da auf jeden Fall noch einmal hin. Die Linie 28 merke ich mir schon mal vor.

    1. Nina

      Die Linie 28 ist echt toll. Ich habe auch massig Bilder von unterwegs gemacht, aber die Enge und die schönen Häuser kann man nicht wirklich während der Fahrt festhalten. Das muss man einfach erleben 🙂

    1. Nina

      Huhu Helena und Tobias,

      für einen ersten Eindruck ist ein Wochenende schon ausreichend. Aber ich würde drauf achten, dass der Rückflug erst Sonntag Abend ist, damit ihr wirklich was vom Wochenende habt.

      Vg, Nina

  2. Anja

    Hallo zusammen,
    oh man Lissabon, da würde ich wirklich gerne nochmal hin. Mein Besuch liegt schon ewig zurück. Die Idee mit der Linie 28 find ich toll, denn ich bin kein Fan von Touriführungen, obwohl ich zugeben muss, dass man dabei natürlich immer viel sieht.
    Grüße
    Anja

    1. Nina

      Hallo Anja,

      den Konflikt kennen wir, einerseits ist es gemütlich und praktisch von A nach B nach C gefahren zu werden. Andererseits verpasst man so meist den Charme einer Stadt, denn das Leben spielt sich ja doch meist außerhalb der Sehenswürdigkeiten ab.

      Aber die Linie 28 ist ein tolles Mittelding. Man sieht viel von der Stadt, hat ein tolles Fahrerlebnis und es bringt wirklich Spaß.

      Viele Grüße, Nina

  3. schokokamel

    Lissabon will ich auch unbedingt nächstes Jahr besuchen, da kommt dein Post gerade recht! In San Francisco und auf Hawaii habe ich es auch mehrmals erlebt, dass Touristen nicht aufstehen wollten für ältere Menschen, die offensichtlich lieber hätten sitzen wollen. Schade, weil eigentlich sollte es selbstverständlich sein, dass man seinen Platz jemandem überlässt, der ihn dringender braucht.

    1. Nina

      Die Leute werden leider immer egoistischer. Daher finde ich es immer wichtig mit gutem Beispiel voran zu gehen 🙂 Auch damit unser Karl nicht so wird 🙂

  4. Marion

    Hallo Nina,
    ich war gerade erst für 2 Wochen an der Algarve. Portugal ist wirklich wunderschön! In Lissabon war ich bisher noch nicht, aber das kommt bestimmt bald mal. Den Tipp für die Stadtrundfahrt mit der Straßenbahn muss ich mir unbedingt merken!
    Liebe Grüße,
    Marion

    1. Nina

      Hallo Marion,

      ach immer wenn ich von anderen Reisen höre, hab ich gleich Fernweh. Lissabon rockt definitiv. Würdest Du die Algarve als praktisch für Urlaub mit Kind einordnen? Ach es gibt so viele Orte, wo wir noch hin wollen.

      Viele Grüße, Nina

  5. chris.dian

    Das liest sich nach einem wunderbar verbrachten Tag. Wir erkunden sonst gerne fremde Städte mit dem Fahrrad, in diesem Fall würden wir aber wohl auch auf die Straßenbahn setzen. Unserem Sohn würde das mit Sicherheit gefallen. Die Stadt sieht ganz wunderbar aus und dank eurem Bericht bekommt man richtig Lust ihr auch einen Besuch abzustatten.

    1. Nina

      Hi Chris,

      das Fahrrad ist kein angenehmes Verkehrsmittel in Lissabon, glaube ich. Es ist teilweise so steil, da wird man oft absteigen und schieben müssen. Aber die Straßenbahn ist echt super.

      Vg, Nina

  6. reisenistentdecken

    Danke für den schönen Bericht und die tollen Informationen zur 28. Nächstes Jahr solle auch bei mir einen Kurztrip nach Lissabon geben und da konnte ich doch schon mal einiges Interessantes für mich abspeichern.

  7. gailtalontour

    Lissabon! Daran habe ich nur schönste Erinnerungen. Und die Fahrt mit der 28er war mein Highlight in Lissabon. Ich finde, dass Lissabon durch die vielen Hügel mit den Miradouros und der Lage am Wasser eine der schönsten Städte Europas ist.

    1. Nina

      Stimmt, bisher haben wir in keiner anderen Stadt so viele Aussichtsplätze gefunden, die solch atemberaubende Aussichten bieten.

  8. vonortzuortreisen

    Ich glaube, die Fahrt mit der Straßenbahn werde ich fest einplanen. Ein guter Tipp von dir, dass wir gleich zu Beginn der Fahrt einsteigen sollen, damit man noch etwas Platz hat.
    Den Friedhof finde ich auch sehr interessant, Grabstätten verraten so viel über das Leben der Bevölkerung.
    Danke für die schönen Lissabon Beiträge,
    lieben Gruß, Susanne

    1. Nina

      Hallo Susanne, das freut uns, dass Dir unsere Berichte gefallen. Wir hoffen, Du bist jetzt ein wenig inspiriert für den Urlaub und freust Dich noch ein wenig mehr auf Lissabon 🙂 VG, Nina

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